Rufnummernmitnahme richtig planen und doppelte Handykosten vermeiden
Wechseln Sie den Anbieter, ohne Ihre Nummer zu verlieren

Mit einer Rufnummernmitnahme können Sie zu einem anderen Mobilfunkanbieter wechseln und Ihre bisherige Handynummer behalten.
Das erspart die Mitteilung einer neuen Nummer an Familie, Arbeitgeber, Banken und digitale Dienste.
Finanziell sinnvoll ist der Wechsel jedoch nur, wenn der neue Tarif tatsächlich günstiger ist und der alte Vertrag nicht unnötig parallel weiterläuft.
Besonders wichtig ist der Unterschied zwischen Rufnummernmitnahme und Vertragskündigung. Die Übertragung der Nummer beendet den alten Vertrag nicht automatisch in jedem Fall.
Dieser Artikel folgt einem Wechselkalender. Er zeigt, welche Aufgaben sechs Wochen vor dem Wechsel beginnen, was am Portierungstag kontrolliert werden sollte und welche Rechnungen danach noch eintreffen können.
Dieser Inhalt dient der allgemeinen Information. Termine und technische Abläufe können je nach Anbieter abweichen.
Sechs Wochen vorher: Den alten Vertrag prüfen
Öffnen Sie die Vertragsunterlagen und notieren Sie:
- Ende der Mindestlaufzeit.
- Kündigungsfrist.
- Monatlicher Gesamtpreis.
- Restschuld für das Smartphone.
- Zusätzliche SIM-Karten.
- Offene Rabatte oder Boni.
Die Rufnummernmitnahme ist für Verbraucher kostenlos. Sie kann bei Mobilfunknummern grundsätzlich auch vor dem Ende des alten Vertrags erfolgen.
Das bedeutet jedoch nicht, dass der alte Vertrag sofort endet. Die bisherige monatliche Zahlung kann bis zum regulären Vertragsende weiterlaufen.
Die vorzeitige Mitnahme kann teuer werden
Der alte Vertrag kostet 40 Euro und läuft noch fünf Monate. Der neue Tarif kostet 20 Euro.
Wird die Rufnummer sofort übertragen, können für fünf Monate beide Verträge parallel bezahlt werden.
| Vertrag | Monatlicher Preis | Parallele Monate | Kosten |
|---|---|---|---|
| Alter Vertrag | 40 Euro | 5 | 200 Euro |
| Neuer Vertrag | 20 Euro | 5 | 100 Euro |
| Gesamt | 60 Euro | 5 | 300 Euro |
Der neue Tarif spart langfristig Geld, erzeugt während des Übergangs aber zunächst eine Mehrbelastung.
Vier Wochen vorher: Die Kundendaten abgleichen
Eine Portierung kann scheitern, wenn die Angaben beim alten und beim neuen Anbieter nicht übereinstimmen.
Vergleichen Sie:
- Vorname und Nachname.
- Geburtsdatum.
- Anschrift.
- Kundennummer.
- Zu übertragende Rufnummer.
Bei Firmenverträgen können zusätzliche Angaben notwendig sein. Bei Prepaid-Karten muss die Nummer möglicherweise zuerst korrekt auf den aktuellen Nutzer registriert sein.
Verwenden Sie die Schreibweise aus dem bestehenden Vertrag. Bereits eine alte Anschrift oder ein abweichender Doppelname kann Rückfragen auslösen.
Drei Wochen vorher: Den neuen Tarif nach Gesamtkosten auswählen
Ein Wechselbonus allein macht einen Tarif nicht günstig. Vergleichen Sie die Kosten über die gesamte vorgesehene Laufzeit.
| Kostenpunkt | Alter Tarif | Neuer Tarif |
|---|---|---|
| Monatlicher Grundpreis | Eintragen | Eintragen |
| Preis nach Rabattende | Eintragen | Eintragen |
| Anschlussgebühr | Nicht relevant | Eintragen |
| Smartphone-Rate | Eintragen | Eintragen |
| Zusatzoptionen | Eintragen | Eintragen |
| Wechselbonus | Nicht relevant | Abziehen |
| Kosten über 24 Monate | Berechnen | Berechnen |
Prüfen Sie außerdem die Netzabdeckung an den Orten, an denen Sie das Telefon tatsächlich nutzen. Ein günstiger Tarif mit schlechtem Empfang kann zusätzliche Kosten verursachen, wenn eine zweite SIM-Karte oder mehr WLAN benötigt wird.
Zwei Wochen vorher: Die Portierung beauftragen
Die Rufnummernmitnahme wird normalerweise beim neuen Anbieter beantragt. Dieser stimmt den Ablauf mit dem bisherigen Anbieter ab.
Sie müssen angeben, ob die Nummer:
- Zum regulären Vertragsende übertragen werden soll.
- Bereits während des laufenden Vertrags übertragen werden soll.
Bei einer vorzeitigen Portierung kann der alte Anbieter für die verbleibende Vertragszeit eine neue Rufnummer vergeben. Die Zahlungsverpflichtung bleibt bestehen.
Speichern Sie die Auftragsbestätigung und prüfen Sie, welche Rufnummer im Dokument genannt wird.
Eine Woche vorher: Finanzielle Dienste vorbereiten
Da die Nummer gleich bleibt, müssen Bank, Arbeitgeber und Kontakte normalerweise nicht über eine neue Nummer informiert werden.
Trotzdem kann der SIM-Wechsel bei bestimmten Apps eine zusätzliche Sicherheitsprüfung auslösen.
Vor dem Portierungstag sollten Sie:
- Banking-Zugangsdaten sicher verwahren.
- Wichtige TAN- oder Freigabeverfahren prüfen.
- Notfallnummern außerhalb des Smartphones speichern.
- Kontakte sichern.
- Die neue SIM-Karte bereithalten.
- Die Aktivierungsanleitung herunterladen.
Teilen Sie Codes aus SMS niemals einem angeblichen Mitarbeiter mit. Ein echter Anbieterwechsel erfordert keine Weitergabe von Bankpasswörtern.
Am Portierungstag: In der richtigen Reihenfolge testen
Eine kurzfristige Unterbrechung kann während des Wechsels auftreten.
Grundsätzlich soll die Versorgung beim Anbieterwechsel nicht länger als einen Kalendertag unterbrochen werden.
Nach Einlegen der neuen SIM-Karte testen Sie:
- Ausgehenden Anruf.
- Eingehenden Anruf.
- SMS-Versand.
- SMS-Empfang.
- Mobile Daten.
- Mailbox.
- Banking-Benachrichtigungen.
Wenn die Nummer nicht erreichbar ist, starten Sie das Gerät neu und aktivieren Sie kurz den Flugmodus. Bleibt das Problem bestehen, kontaktieren Sie den neuen Anbieter und nennen Sie die Auftragsnummer.
In der ersten Woche danach: Beide Anbieter kontrollieren
Prüfen Sie nicht nur den neuen Vertrag. Auch vom alten Anbieter können noch Rechnungen eintreffen.
Beim neuen Anbieter prüfen
- Richtiger Tarif.
- Vereinbarter Rabatt.
- Anschlussgebühr.
- Gebuchtes Datenvolumen.
- Gutschrift für die Rufnummernmitnahme.
Beim alten Anbieter prüfen
- Korrektes Vertragsende.
- Restliche Gerätezahlungen.
- Letzte Grundgebühr.
- Zusätzliche Optionen.
- Guthaben oder Erstattung.
Eine Portierungsbestätigung ist keine Kündigungsbestätigung. Bewahren Sie beide Dokumente getrennt auf.
Was mit einer Prepaid-Karte geschieht
Bei Prepaid kann noch Guthaben auf der alten Karte vorhanden sein. Dieses Guthaben wird nicht automatisch Teil des neuen Tarifs.
Prüfen Sie beim bisherigen Anbieter, wie eine Auszahlung des Restguthabens beantragt wird. Halten Sie dafür Kundendaten, Rufnummer und Bankverbindung bereit.
Verbrauchen Sie das Guthaben nicht zwangsläufig vollständig, wenn dadurch unnötige Zusatzpakete gekauft werden. Vergleichen Sie den verbleibenden Betrag mit dem Aufwand einer Auszahlung.
Der Wechsel lohnt sich nur nach der Gesamtrechnung
Eine Rufnummernmitnahme ist kostenlos, der gesamte Anbieterwechsel jedoch nicht automatisch.
Zusätzliche Kosten können entstehen durch:
- Doppelte Vertragsmonate.
- Anschlussgebühr.
- Neue SIM-Karte.
- Restzahlung für das alte Smartphone.
- Neues Gerät.
- Nicht beendete Zusatzdienste.
Rechnen Sie diese Beträge gegen Wechselbonus und monatliche Ersparnis.
Wann sich der Wechsel amortisiert
Der Wechsel verursacht einmalig 90 Euro. Der neue Tarif spart monatlich 10 Euro.
Nach neun Monaten sind die einmaligen Kosten rechnerisch ausgeglichen. Erst danach entsteht ein tatsächlicher finanzieller Vorteil.
Mit Kalender statt Zeitdruck wechseln
Die Rufnummernmitnahme funktioniert am zuverlässigsten, wenn Kündigung, Portierung und neuer Tarif gemeinsam geplant werden.
Vergleichen Sie die Kundendaten, berechnen Sie mögliche Doppelzahlungen und prüfen Sie nach dem Wechsel beide Schlussrechnungen.
Die kostenlose Übertragung der Nummer ist nur ein Teil des Wechsels. Entscheidend für das Haushaltsbudget ist, wie viel der gesamte Übergang kostet und ab wann der neue Tarif wirklich Geld spart.
